Merzbachersee

🇰🇬 Der Merzbachersee wird auf etwa 3.250 Metern Höhe vom Südlichen Inyltschek-Gletscher aufgestaut und entleert sich gewöhnlich durch Kanäle unter dem Eis. Er ist nicht mit dem Auto erreichbar: Die Reise erfordert eine Grenzgenehmigung, eine mehrtägige Expedition und Erfahrung in Gletschernähe.

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Für wen eignet sich eine Expedition zum Merzbachersee?

Der Merzbachersee eignet sich für Reisende, die bereits mehrtägige Bergtouren unternommen haben, die Höhe vertragen und bereit sind, ohne Mobilfunkempfang in Zeltlagern zu leben. Selbst ein kurzes Programm umfasst mehrere Tage zu Fuß. Vollständige Routen am Inyltschek dauern einschließlich Anfahrt und Wetterreserve gewöhnlich ein bis zwei Wochen.

Für den Zustieg zum Lager ist keine technisch anspruchsvolle Besteigung nötig. Unterwegs müssen Sie jedoch kalte Flüsse, Moränengestein und Passagen in Eisnähe bewältigen. Die Route lässt sich nicht allein nach den geringen Höhenunterschieden beurteilen: Jeden Tag gehen Sie sechs bis sieben Stunden auf instabilem Untergrund.

Die Hauptsaison für Expeditionen liegt im Juli und August. Gerade im Sommer füllt sich der See und kann ausbrechen. Die ältere Behauptung, das Ausbruchsrisiko sei im Sommer minimal, ist daher falsch. Ob Sie ein volles Becken mit Eisbergen oder eine nahezu leere Senke sehen, ist gleichermaßen ungewiss. Der natürliche Zyklus richtet sich nicht nach dem Reisetermin.

So verläuft die Route zum Merzbachersee

Der Landweg beginnt in Karakol. Ein geeignetes Fahrzeug fährt über den Tschon-Aschuu-Pass, durch das Sary-Dschas-Tal und die Grenzkontrolle. Anschließend bringt es die Gruppe in die Gegend von Etschkilitasch und zum Ausgangspunkt bei At-Dschailoo. Straßenzustand und zulässiger Endpunkt ändern sich, deshalb funktioniert hier keine selbst geplante Navigation allein per App.

Danach wandert die Gruppe durch das Inyltschek-Tal bergauf und passiert mehrere saisonale Lager. In Tourprogrammen erscheinen Namen wie Iwa, Glina und Merzbacherwiese. Sie beschreiben die Etappen, ersetzen aber keinen aktuellen Track: Furten und Zustiege verändern sich mit dem Fluss und dem Gletscher.

Vom Beginn der Wanderung bis zum Seegebiet müssen Sie mehrere volle Gehtage einplanen. Verbreitete Angaben von „ein bis zwei Stunden ab Karakol“ beschreiben lediglich einen Teil der Autofahrt und vermitteln einen falschen Eindruck von der Erreichbarkeit.

Der Inyltschek liegt in einer Grenzzone. Beantragen Sie die Genehmigung mehrere Wochen im Voraus und führen Sie das Original zusammen mit Ihrem Reisepass mit. Die betroffenen Gebiete und das Antragsverfahren erläutert die Seite zu den Grenzgenehmigungen von Visit Kyrgyzstan.

Warum entleert sich der Merzbachersee?

Der Südliche Inyltschek-Gletscher blockiert den Abfluss vom Nördlichen Inyltschek und wirkt wie ein beweglicher Eisdamm. Im Sommer füllt Schmelzwasser das untere Becken. Danach öffnet sich unter dem Gletscher ein Abflusskanal, das Wasser strömt in den Inyltschek und der Seespiegel sinkt rasch.

Untersuchungen zeigen, dass sich der untere See gewöhnlich einmal im Jahr entleert. Zeitpunkt, Geschwindigkeit und verbleibende Wassermenge unterscheiden sich von Saison zu Saison. Die Formel „genau zwei Ausbrüche pro Jahr innerhalb von zwei bis sieben Tagen“ ist deshalb zu kategorisch.

Bei hohem Wasserstand schwimmt ein Teil des Eisdamms auf, die Eisoberfläche hebt sich und mehr Eis bricht ab. Nach der Entleerung verändert sich auch die Bewegung des Gletschers in Seenähe. Eine Studie zur Dynamik des Eisdamms beschreibt diesen Mechanismus ausführlich.

Der Name geht auf den deutschen Geografen Gottfried Merzbacher zurück, der den See nach einer Expedition in den Zentralen Tian Shan zu Beginn des 20. Jahrhunderts für die europäische Wissenschaft beschrieb. Das Wort „entdeckt“ gilt hier nur eingeschränkt: Es bezeichnet die Geschichte der wissenschaftlichen Veröffentlichung und behauptet nicht, dass die einheimische Bevölkerung das Tal zuvor nicht kannte.

Vorbereitung und Sicherheit

Ein Ausbruch lässt sich am Seeufer nicht wie ein Schauspiel beobachten. Wasser, Eisbrocken und unterspülter Boden machen Flussläufe und tiefer gelegene Bereiche gefährlich. Bleiben Sie auf der Route der Expeditionsleitung, nähern Sie sich nicht der Gletscherwand und betreten Sie das Eis nur nach fachlicher Beurteilung.

Sie brauchen eingelaufene Bergschuhe, warme und wasserdichte Kleidungsschichten, einen Schlafsack für nächtliche Minustemperaturen, Sonnenschutz, eine persönliche Reiseapotheke und Reserven für Verzögerungen. Der Veranstalter muss erklären, wer die Gruppenausrüstung trägt, wie Flussquerungen organisiert werden, ob Satellitenkommunikation verfügbar ist und welche Versicherung eine Evakuierung abdeckt.

Registrieren Sie Route und späteste Rückmeldezeit vor dem Aufbruch beim Katastrophenschutzministerium Kirgisistans. Hinterlassen Sie Angehörigen denselben Plan, die Kontaktdaten des Veranstalters und das Datum, ab dem sie Alarm auslösen sollen.

Wenn die gesamte Expedition nicht in Ihren Urlaub passt, wählen Sie eine leichter erreichbare Route ab Karakol, zum Beispiel die Wanderung zum Ala-Kul. Eine Tour zum Merzbachersee sollte nicht zu einem riskanten Wettlauf für ein einziges Foto verkürzt werden.

Mehr zum Thema: Orto-Tokoi-Stausee, Papan-Stausee, Sary-Tschelek.

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