Warum zum Kel-Tor wandern?
Die Wanderung zum Kel-Tor bietet innerhalb eines Tages einen starken Landschaftswechsel. Zunächst steigt der Weg durch eine grüne Schlucht auf. Dann bleiben Wald und Büsche zurück, und am See beginnen Geröllfelder und karge Hänge des Kirgisischen Alatau. Feine mineralische Schwebstoffe geben dem Wasser seine milchig-türkise Farbe.
Der eigentliche Reiz liegt nicht im Spaziergang am Wasser, sondern im Aufstieg. Vom Ausgangspunkt bis zum See werden meist etwa 7 bis 8 Kilometer pro Richtung angegeben. Je nachdem, wo Sie das Auto abstellen können, beträgt der Höhenunterschied ungefähr 900 bis 1.100 Meter. Planen Sie für den Aufstieg 3,5 bis 5 Stunden und für den Abstieg weitere 2,5 bis 4 Stunden ein.
Schließen Sie Baden von vornherein aus. Das von Gletschern gespeiste Wasser bleibt auch im Sommer sehr kalt, das Ufer besteht aus Steinen, und es gibt weder einen erschlossenen Einstieg noch Rettungskräfte. Betrachten Sie den See als Ziel einer Bergwanderung, nicht als Badeplatz.
Anreise zum Ausgangspunkt
Von Bischkek fahren Sie nach Osten in Richtung Kemin und biegen dann zur Kegety-Schlucht ab. Bis zum Eingang der Schlucht sind es etwa 80 bis 90 Kilometer. Im Inneren endet der Asphalt, und der Zustand der Piste verändert sich nach Regen und Hochwasser. Ein niedriger Pkw erreicht den üblichen Ausgangspunkt möglicherweise nicht. Rechnen Sie die zusätzliche Strecke deshalb in die Länge Ihrer Wanderung ein.
Die Navigation zeigt den See, garantiert aber keine befahrbare Zufahrt zum Ausgangspunkt. Speichern Sie vorher eine Offlinekarte und den Track. Versuchen Sie vor Ort nicht, über Geröll abzukürzen. In der Schlucht gibt es Abzweigungen, und ein früher Start lässt genug Zeit, in Ruhe die richtige Richtung zu finden.
Für die erste Tour empfiehlt sich ein Guide aus der Region oder eine organisierte Gruppe. Die Route ist körperlich anspruchsvoller als ein Spaziergang zum Kegety-Wasserfall: Sie steigen lange auf, erreichen größere Höhe und können bei einem Wetterumschwung nicht schnell zum Auto zurückkehren.
Wie ist der See entstanden?
Der Kel-Tor liegt im oberen Teil eines Seitentals der Kegety-Schlucht am Nordhang des Kirgisischen Alatau. Seine Höhe wird meist mit 2.700 bis 2.725 Metern angegeben. In Kirgisistan gibt es mehrere Seen und Landschaftsgebiete gleichen Namens. Prüfen Sie für Ihre Route deshalb ausdrücklich die Koordinaten 42.527599, 75.151143.
Eine natürliche mächtige Schicht aus Gesteinstrümmern staut das Gewässer. Ein direkter oberirdischer Abfluss ist kaum sichtbar: Das Wasser sickert durch die Ablagerung und tritt weiter unten in der Schlucht wieder aus. Pegel und Farbe verändern sich mit der Saison. Nach einem schneereichen Winter und während der Hauptschmelze führt der See meist mehr Wasser.
Der Name besteht aus verbreiteten türkischen geografischen Begriffen. „Köl“ bedeutet See, „tör“ bezeichnet in Ortsnamen den oberen, hinteren Teil eines Tals oder einer Schlucht. Die populäre Übersetzung als „verlassener See“ sollte daher nicht verwendet werden.
Vorbereitung auf die Wanderung
Saison. Am übersichtlichsten ist die Wanderung im Sommer und frühen Herbst, wenn der tiefe Schnee vom Weg verschwunden ist. Selbst im Juni können oben noch Schneefelder liegen. Nach starkem Regen werden Piste, Bäche und steile Abschnitte gefährlicher.
Zeit. Brechen Sie früh am Morgen in Bischkek auf. Sind Sie gegen Mittag noch weit vom See entfernt, ist eine Umkehr sicherer. Der Abstieg auf einem nassen oder dunklen Weg kostet mehr Kraft, als beim Aufstieg zu erwarten ist.
Ausrüstung. Sie benötigen Wanderschuhe, Wind- und Regenschutz, eine warme Jacke, Kopfbedeckung, Sonnenbrille sowie ausreichend Wasser und Verpflegung. Trekkingstöcke helfen beim langen Abstieg. Verwenden Sie den Energiesparmodus Ihres Telefons, denn im oberen Teil der Schlucht ist der Empfang unzuverlässig.
Höhe. Der schnelle Aufstieg auf fast 2.700 Meter kann Kopfschmerzen und Schwäche auslösen. Konkurrieren Sie nicht mit dem Tempo der Gruppe, trinken Sie regelmäßig kleine Mengen Wasser und kehren Sie bei zunehmenden Beschwerden um.
Ufer. Nähern Sie sich dem Wasser nicht über instabile Steine und steigen Sie für ein Foto nicht über Geröll oberhalb des Sees auf. Nehmen Sie sämtlichen Abfall einschließlich Tüchern und Verpackungen wieder mit. Am See gibt es keine regelmäßige Müllabfuhr.
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